
Jährlich erleiden etwa 200 000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall – ein Drittel davon stirbt, ein Drittel lebt danach mit einer bleibenden Behinderung. Eine frühzeitige Erkennung und Therapie kann die Perspektiven für den Betroffenen entscheidend verbessern.

Das Caritasklinikum St. Theresia, Saarbrücken bietet als einziges Krankenhaus saarlandweit neuartigen Endo-Predict-Test an.
Etwa jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Bisher konnten 40 Prozent der Patientinnen mit herkömmlichen Prognosefaktoren entweder in eine Hoch- oder in eine Niedrig-Risiko-Gruppe eingestuft werden. Die Patientinnen mit einem niedrigen Risikoprofil konnten allein durch eine Hormontherapie in Tablettenform behandelt werden. Die Hoch-Risiko-Patientinnen erhielten zwangsläufig eine Chemotherapie. Für die übrigen 60 Prozent in der mittleren Risikogruppe eine Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie zu treffen, fiel den Ärzten oft schwer, denn Forscher gehen davon aus, dass nur etwa 30-40 Prozent dieser Patientinnen tatsächlich von einer solch oft kräftezehrenden Therapie profitieren. In den vergangenen Jahren wurde der Nutzen einer Chemotherapie bei Brustkrebs-Patientinnen daher zunehmend infrage gestellt. Die herkömmlichen Prognosefaktoren alleine reichen zur weiteren Therapieplanung nicht mehr aus.
Eine neue Genanalyse kann hier nun Abhilfe schaffen – der neue EndoPredict-Test untersucht acht Gene, die Streuverhalten und Wachstum des Tumors beeinflussen. „An über 1700 Patientinnen konnte die Zuverlässigkeit des RNA-basierten Gentests in zwei großen Studien bestätigt werden. Anhand dieses Testes waren die Forscher in der Lage, diejenigen Patientinnen in der mittleren Risikogruppe mit einem hormonsensitiven und Her2 neu-negativen Tumor zu identifizieren, die auch ohne Chemotherapie eine exzellente Prognose haben“, erklärt Dr. med. M. Deryal, Chefarzt der Frauenklinik und Leiter des Brustzentrums am Standort Caritasklinikum St. Theresia, Saarbrücken, das diesen Test als einziges Krankenhaus saarlandweit anbietet.
Im Institut für Pathologie Saarbrücken-Rastpfuhl, dem Kooperationspartner des Brustzentrums Saar Mitte, kann der EndoPredict-Test durchgeführt werden. „Für die Untersuchung kann bereits vorhandenes in Paraffin eingebettetes Tumorgewebe verwandt werden“, so Dr. med. B. Bier, einer der verantwortlichen Pathologen. „In der Regel ist mit einem Testergebnis bereits nach 48 Stunden zu rechnen, was eine rasche Therapieentscheidung ermöglicht. Eine entscheidende Rolle spielt aus Sicht der Patientin auch die Kostenübernahme durch die Krankenkasse“.
Die Idee einer Genanalyse ist nicht neu. Es existierten bereits zwei internationale Testverfahren, die bis September 2011 unter anderem im Brustzentrum des Caritasklinikums St. Theresia, Saarbrücken nur im Rahmen verschiedener Studien angewandt wurden. Deren Einführung in die Routinediagnostik ließ sich jedoch nicht für alle betroffenen Frauen umsetzen, da sie entweder Frischgewebe oder kosten- und zeitintensive Untersuchungsschritte im Ausland erfordern. Der molekulargenetische EndoPredict-Test, den die Charité Berlin mitentwickelt hat, wird im Vergleich zu den bereits bekannten Tests in sechs Zentren in Deutschland durchgeführt und kann somit über die Krankenkassen abgerechnet werden. An der Entwicklung des neuen Gentests war das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ebenfalls maßgeblich beteiligt.